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  • Der Einfluss von Petrus auf Jahresgespräche

    Zusammenfassung des Artikels “Sunny Skies, Clouded Thinking”, erschienen in der Harvard Business Review, Ausgabe Juli-August 2022. Carolyn Deller und Jeremy Michels untersuchen in ihrer derzeitigen Forschungsarbeit die Auswirkungen des Wetters auf subjektive Leistungsbeurteilung.

    Wird die Tendenz der Leistungsbeurteilung einer subjektiven Größe (hier: Verwaltungsarbeit) von der Beurteilung einer objektiven Größe (hier: Verkaufszahlen) beeinflusst? Die Wissenschaftler wollen herausfinden, ob das Wetter den sog. Spillover-Effekt (1) beeinflusst.

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    Sechshundert Teilnehmer in den USA werden gebeten, eine Beurteilung der Verwaltungsarbeit (subjektive Größe) eines fiktiven Bezirksleiters durchzuführen, nachdem sie Notizen und Interviews mit Kollegen des Bezirksleiters gelesen haben. Manche tun dies an einem sonnigen Tag, die anderen an einem bewölkten Tag. Die meisten Befragten haben auch Einblick in die Verkaufszahlen des Bezirksleiters (objektive Größe), bevor sie die Beurteilung seiner Verwaltungsarbeit durchführen. Eine Basisgruppe erhält hingegen keine Informationen über die Verkaufszahlen, um den Wettereffekt auf subjektive Einschätzungen generell zu isolieren.

    Es stellt sich heraus: Das Wetter beeinflusst nicht die Bewertung der Basisgruppe bezüglich der Verwaltungsarbeit. Aber es beeinflusst den Spillover Effekt: Die Bewertung der Verwaltungsarbeit und die Bewertung der Verkaufszahlen waren an sonnigen Tagen ähnlicher.

    Vorgängeruntersuchungen haben Hinweise darauf gegeben, dass Wetter die Art und Weise beeinflusst, wie Menschen Informationen verarbeiten. An sonnigen Tagen scheint es ein größeres Vertrauen auf Stereotypen und Heuristik zu geben. Dies wird manchmal der persönlichen Stimmung zugeschrieben. Bewölktes Wetter könnte einen systematischeren und detaillierteren Verarbeitungsprozess beim Menschen auslösen, der unabhängig von der persönlichen Stimmung ist.

    Während das Wetter selbst unkontrollierbar ist, kann das Verständnis seiner Auswirkungen auf subjektive Leistungsbeurteilung Unternehmen in die Lage versetzen, dies zur berücksichtigen und gegenzusteuern.

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    Die Untersuchungsergebnisse zeigen offensichtlich, dass die Bewertung einer subjektiven Leistung mehr von der Bewertung einer objektiven Größe beeinflusst zu wird, wenn sich der Beurteilende in einer Gegend mit schönem Wetter aufhält. Wenn ich also Mitarbeiter in der Qualitätssicherung wäre, würde ich mir wünschen, dass die Chefin meine Arbeit beurteilt, wenn sie gerade in Südfrankreich weilt und die positive Entwicklung der Qualitätskennzahlen in den Händen hält.


    (1) Der Spillover-Effekt beschreibt die Wahrscheinlichkeit, mit der Ereignisse oder Zustände von einem Lebensbereich auf einen anderen übertragen werden.

    Zum Download des Papers “The Effect of Weather on Subjective Performance Evaluation” https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=3780405


    Bildnachweis: iStock.com/grinvalds